![]() |
||
|
HR Alliance |
Der Kongress schloss mit folgenden Thesen: Social Contract 1.0 1. Shareholder Value-Steuerung alleine führt in die Irre. Unternehmen als gesellschaftliche Akteure und Nutznießer sind gefordert, Bürgerpflichten zu erfüllen sowie auf gesellschaftliche Anforderungen adäquat zu antworten. 2. Ob aus Regulierungsangst oder aus selbstgesetzter Moral: Unternehmen müssen
für wichtige gesellschaftliche Anliegen wie Menschenrechte, Bildung, Migration,
Armutsbekämpfung, Gesundheit, Chancenfairness proaktiv Verträge und
Bündnisse mit Politik und Zivilgesellschaft schließen. Enterprise 2.0 1. Die Herausforderungen liegen primär in der Identifikation und Umsetzung eines neuen Unternehmensselbstverständnisses und weniger in der Anwendung neuer Technologien und Instrumente. 2. Bestehende Machtstrukturen in Unternehmen und die seit Jahrzehnten erprobten Rezepte der Attrahierung, Bindung, Entwicklung und Beförderung von Personal sowie die Art der Führung werden radikal in Frage gestellt. 3. Die Transformation der Unternehmensstrukturen von reiner Hierarchie- hin zu Netzwerkorientierung ist zentrale Herausforderung in diesem Kontext. Die Bedeutung von Akteuren hängt immer weniger von Ihrem Status, sondern zunehmend von der Attraktivität ihres Beitrages ab. PEOPLE X.Y. 1. Menschen wollen mehr Souveränität, Eigenverantwortung und Teilhabe.
Dazu gehören flexible Arbeitsmodelle, schnelle Entscheidungswege, gesunde
Arbeitskultur, Geld verdienen und Wohlfühlen sowie direkte und persönliche
Mitbestimmung. Randolf Jessl vom Personalmagazin schrieb zum Mehr Demokratie im Unternehmen wagen und selbst das reparieren, was andere beschädigt haben: Das war die Botschaft vom 3. Zukunftsforum Personal der HR Alliance in München. 350 Teilnehmer hatten zwei Tage lang unter dem Motto "Transformation radikal" im HVB Forum über den Gesellschaftsvertrag sowie die Personal- und Unternehmensstruktur der Zukunft debattiert. Als "zunehmend radikal" outete sich Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, wenn es darum geht, verlorene Reputation im Management wiederzugewinnen. "Führungskräfte sollten gewählt werden", forderte der Grandseigneur im HR Alliance-Vorstand. Die Vorlage dazu hatte Keynote-Speakerin Gesine Schwan gegeben. "Auch Unternehmen brauchen eine Kultur der Kommunikation und Partizipation", sagte die Politikwissenschaftlerin von der Viadrina Universität in Frankfurt/Oder. Gemeinwohl und Nachhaltigkeit seien in einer immer komplexer werdenden Welt nur durch ausgehandelte Verträge sicherzustellen. Enterprise 2.0 ist keine Frage der Technologie Wenngleich neue Technologien (Social Media, Collaboration Tools) zwar Demokratisierungsprozesse im Unternehmen beförderten, könnten sie diese nicht hervorbringen. "Es geht im Enterprise 2.0 zuallererst um Kultur und Werte", stellte Gero Hesse klar, der im Vorstand der HR Alliance die Personalmarketing-Vereinigung Queb repräsentiert. Das mittlerweile einigermaßen weit verbreitete Instrument der Mitarbeiterbefragung sei bestenfalls der Anfang einer Entwicklung dorthin, schlimmstenfalls ein reines Feigenblatt für ausbleibende Demokratisierungsbemühungen, ergänzte Oliver Maassen, ebenfalls Vorstandsmitglied der HR Alliance. Doch was im Unternehmen zusammenwachsen soll, driftet in der Gesellschaft auseinander. Bildungsferne Schichten finden keinen Anschluss an die Arbeitswelt, das Bildungssystem setzt auf Elitenbildung und Uniformität, die Leistungsgesellschaft tappt in die Erschöpfungsfalle. "Reparieren Sie, was Sie beschädigt haben", provozierte Professorin Jutta Allmendinger, Sozialforscherin in Berlin, mit Blick auf Versäumnisse bei der Frauenförderung, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Inklusion von Benachteiligten. Wenngleich sich die Versammelten zu Recht nicht an der Wurzel aller Übel sehen wollten, zeigte sich das Forum entschlossen, den sozialpolitischen Auftrag als "Corporate Citizen" wahrzunehmen. "Wir dürfen nicht klagen, dass wir Reparaturbetrieb sind. Wir müssen es angesichts der Herausforderungen einfach sein", konkretisierte Sattelberger. Rührende Geständnisse von Lauer, Dammann und Sattelberger Bei allem Aufruhr: Auch vergnügliche und rührende Momente hatte die Veranstaltung bereit. So erntete Jutta Allmendinger Beifall und Lachen, als sie die Begriffe aus dem Kongressmotto "Social Contract 1.0, Enterprise 2.0, People X.Y" aufs Korn nahm. "Da sage noch einer, die Wissenschaft würde unverständlich formulieren!" In der Abschlussrunde gestand wiederum der Lufthansa-Personalvorstand Stefan
Lauer seine therapiebedürftige Flugangst ein und Thomas Sattelberger seine
Zuneigung und Wertschätzung für Dr. Angelika Dammann, die ihr Vorstandsamt
bei SAP hingeworfen hatte und den Schritt im Abschlusspodium verteidigte. "Wer
Profil hat, bietet Angriffsflächen", sagte die Ex-Personalchefin.
Das könnte auch für das Zukunftsforum als Ganzes gelten: Denn vereinzelt
kritisierten Besucher, dass man sich doch zu sehr in philosophische Höhen
verloren hätte. Andere meinten, genau dafür seien sie gekommen. Frühere ZukunftsForen Personal 2007 und 2009 Nach dem erfolgreichen 1. ZukunftsForums Personal 2007 fand im Septemter 2009 das 2. ZukunftsForum Personal 2009 mit großem Erfolg und über 400 Teilnehmern an der Münchener IHK statt. Das Thema lautete: "Zwischen Wissensavantgarde und Prekariat - Herausforderungen für das System Arbeit am Standort Deutschland". Der Kongress schloss mit einer Erklärung, die in der Fachpresse bereits als "Münchner Appell" (lesen Sie hierzu auch den hinterlegten Artikel aus dem Personalmagazin 11 / 09 und die Artikel von Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie) bezeichnet wird, ab. Zwei Tage lang beschäftigten sich Teilnehmer und Redner aus ganz unterschiedlichen Branchen und Unternehmensebenen mit aktuellen Themen rund um strategische und innovative Konzepte im Human Resource Management. Als Abschluss formulierte Oliver Maassen, Vorstandsmitglied und Sprecher der HR Alliance e.V., stellvertretend für alle Teilnehmer die nachstehenden Punkte: Unsere Überzeugung: Nachstehend stellen wir Ihnen verschiedene Beispiele für konkrete Umsetzungsmöglichkeiten
des Münchener Appells vor.
Die DB bietet Jugendlichen die Chance auf einen Berufseinstieg
Wenn Sie weitere Informationen möchten, lesen Sie bitte weiter
auf der Web-Site des ZukunftsForum
Personal. |
|
![]() |
![]() |
|